Bei Public-Viewing-Events in der Stadt Hannover sind die lautstarken südafrikanischen Fußball-Tröten, die Vuvuzelas, verboten. Diese Dinger sind angeblich so laut wie Düsentriebwerke, was mir nicht vorstellen kann. Gut, ich gebe es zu, ich habe so eine Hupe auch noch nie im Einsatz gesehen beziehungsweise gehört. Auf der Tonspur der Videos, die im Internet kursieren, kommt mir die Lautstärke eher harmlos vor.
In Biergärten und Gaststätten gibt es in Hannover noch kein Vuvuzela-Verbot. Noch. Denn die Stadt prüft, ob sie ihre Lärmschutzvorgaben nicht noch nachbessern muss. Glücklich mit dem Verbot ist der Bundesverband der Hals-, Nasen- und Ohrenärzte, der das gefordert hatte. Der findet, dass diese lauten Teile auf Massenveranstaltungen im Sinne der allgemeinen Gesundheit generell verboten gehören. Wer zum Public Viewing mit der Mega-Tröte will, muss also die Stadtgrenzen von Hannover voraussichtlich verlassen. Denn es gibt immer noch einzelne Orte, wo man sich das erst einmal anhören will, bevor man zu Verboten greift.
Vermutlich sind die Vuvuzela-Händler ein bisschen selbst an dem Verbots-Desaster schuld. Wer diese Dinger im Sechserpack als “Sextett Infernale” verkauft, angebliche 130 Dezibel Schalldruck nachdrücklich anpreist und die Tröte als “LAUT” bezeichnet, ruft natürlich Gesundheitspolitiker auf den Plan.
Wenn die Sorgen berechtigt wären, würde ich jetzt Aktien von südafrikanischen Hörgerätehändlern erwerben, denn dort sind die Vuvuzelas erlaubt. Das Investment müsste sich im Anschluss an die WM mittelfristig auszahlen. Aber vermutlich ist das alles nur Marketing-Hype von den Vuvuzela-Herstellern. So gut gemacht, dass der Schuss letztendlich nach hinten losgegangen ist.
Update: Gerade eben lag doch tatsächlich eine Vuvuzela als Werbegeschenk in der Post. Keine billige Fälschung, sondern echte Ware aus lizenzierter Quelle. Die Lautstärke nach erster Anwendung ist enttäuschend niedrig, jede Autohupe ist da lauter. Wenn das tatsächlich Gehörschäden verursachen soll, müsste ich schon lange stocktaub sein. Vielleicht muss ich noch ein wenig üben. Klar, sollte man niemandem ans Ohr halten, aber das lernen schon Dreijährige mit ihrer ersten Tröte. Ich hatte es ja schon geahnt: Das sollen die ultimativen Gehör-Killer sein? Lauter als Presslufthämmer? Nie und nimmer.
2. Update: Und hier noch ein paar Bilder von der angeblich so gefährlichen Fußball-Tröte. Ich bringe sie nicht zum Public Viewing mit, versprochen. Ist doch verboten.


11. Juni 2010 um 04:03 |
[...] So, jetzt wo WordPress.com zurück ist, kann ich es ja endlich verlinken. Dass diese Hörschaden-Monster-Tröten nach dem Geschmack von Mitmensch Brüllaffe Fußba…. [...]
11. Juni 2010 um 22:50 |
Danke!!
http://nixzen.wordpress.com/2010/06/11/vuvuzelas-nerven/
11. Juni 2010 um 23:16 |
[...] [...]